Axel Hacke

Axel Hacke

„Ich begrüße es sehr, dass sich die VG Wort aktiv für das Urheberrecht und somit auch für den Schutz der von mir urgehobenen Werke einsetzt, irgendjemand muss das ja tun. Ich bin nun schon so lange Wahrnehmungsberechtigter bei der VG Wort, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es ist, nicht wahrnehmungsberechtigt zu sein. Insbesondere nahm ich von Anfang an als sehr angenehm wahr, dass es bei der VG Wort jedes Jahr eine Hauptausschüttung gibt. Mir wäre damals als junger Autor auch eine Nebenausschüttung recht gewesen, Hauptsache Ausschüttung, aber eine Hauptausschüttung ist natürlich immer besser. Ausschüttungen gibt es ja normalerweise nur für Besitzer von Dividendenpapieren, bisweilen werden auch Kinder mit ihren Bädern ausgeschüttet oder Menschen schütten sich selbst aus, meistens vor Lachen, auch werden Hormone ausgeschüttet und Herzen. Aber es ist überhaupt nicht einzusehen, dass nicht auch für Autoren etwas ausgeschüttet wird und zwar hauptausgeschüttet und zwar Geld. Denn ich bin ja nicht nur Urheber von Werken, sondern auch von vier Kindern, die mich sehr berechtigt als ihren Ernährer wahrnehmen. Übrigens war ich immer sehr stolz darauf, dass ich, wenn ich schon keine Häuser und Fabriken ererbt habe oder sonst wie besitze, mir doch etwas geistiges Eigentum schaffen konnte, bei dessen Schutz mir die VG Wort in so erfreulicher Weise hilft. Danke dafür.“

Zu Axel Hacke:
Ich wurde 1956 geboren, im Januar. Ein sehr kalter, harter Winter. Wir lebten in Braunschweig, nahe der Zonengrenze, eine abgelegene Gegend, die Stadt vom Krieg stark zerstört, provinziell im Geist, wirtschaftlich bis heute schwach.

Natürlich gab es genug zu essen, aber das war im Grunde gerade das Schlimme. Ich war ein fettes Kind, darunter leide ich bis heute, diese Fettzellen bleiben einem ein Leben lang, man hungert dagegen an, aber erfolglos. Man hänselte mich wegen meiner Pummeligkeit die ganze Schulzeit lang; das wäre nicht so schlimm gewesen, hätten meine Eltern hinter mir gestanden, aber sie ironisierten das nur, und im übrigen verlangten sie Leistung, Leistung, Leistung.

Ich war ein guter Schüler, aber unglücklich in allem, bin nach der Bundeswehrzeit (eine unfassbar langwierige Quälerei, denn ich bin kein soldatischer Typ, hatte mich aber trotzdem, weil ich Geld benötigte, für fast zwei Jahre verpflichtet), bin also dann nach München zum Studium gegangen. Eine riesengroße Stadt, ich war sehr einsam, brachte das Studium so rasch wie möglich hinter mich, für Frauen war ich ja sowieso zu schüchtern, während um mich herum…

Mein Gott, es waren ja Münchens vitalste Jahre, eine heitere, sinnenfrohe Zeit, nur ich hatte eben nichts davon. Ich trat dann so schnell wie möglich meinen ersten Job an, leider nur Sportredakteur, obwohl ich gerne politischer Redakteur geworden wäre, was ich dann einige Jahre später auch wurde, aber da interessierte es mich schon nicht mehr, weil ich mich nach einem Leben als Reporter sehnte, was dann, als ich es erreicht hatte, den fast nicht zu ertragenden Nachteil des Ständig-Unterwegsseins hatte…

http://www.axelhacke.de

Foto: Thomas Dashuber

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